Kaltblüter

Brabanter

Der Brabanter kommt aus Belgien. Er hat ein Stockmaß von bis zu 173 Zentimetern und wird bis zu 1.200 Kilogramm schwer. Er ist auch unter dem Namen „Belgische Kaltblut“, „Flämisches Pferd“ oder „Flamländer“ bekannt. Er gilt als Prototyp seiner Gattung – groß, stark, gutmütig. Man sieht ihm sofort die Zugehörigkeit zu den Kaltblütern an, denn er ist sehr breit und muskulös, sodass sein Kopf im Verhältnis sehr klein und zierlich wirkt. An den Fesseln hat der Brabanter seinen charakteristischen Fellbehang. Der kräftige Körperbau verrät es dem Zuschauer schon: Der meistens weiße Brabanter wurde ursprünglich für die Arbeit gebraucht. Er ist extrem stark und dabei besonders gutmütig. Er ist seinem Menschen treu und arbeitet gut mit. In seiner ursprünglichen Heimat half er insbesondere bei der Landwirtschaft und der Krabbenfischerei. Bei der letzteren Tätigkeit wurden die belgischen Riesen mit großen Krabbenkörben versehen. Sie wurden ins Wasser geführt und bleiben dort dann stundenlang stehen. Der Brabanter zog außerdem Lasten und Kutschen. Er zählt nicht umsonst zu den besten und stärksten Zugpferden der Welt.

Wer sich einen Brabanter in den Stall holt, kann sich über ein robustes Pferd freuen, das lange lebt und nicht besonders krankheitsanfällig ist. Als eine der ältesten Kaltblut-Pferderassen der Welt wird er auch künftig gesund durchs Leben galoppieren. Oder vielleicht sollte man besser sagen „marschieren“, denn die Brabanter sieht man heute oft bei Festumzügen oder als Zugpferde von Brauereikutschen. Es gibt sogar eigene Wettbewerbe, bei denen die Vertreter dieser belgischen Pferderasse ihre Zugkraft unter Beweis stellen müssen. Die Kaltblüter machen diese Aufgaben problemlos mit. Sie sind motiviert und lernbereit und verzeihen auch eine nervöse und laute Umgebung.

Das größte lebende Pferd ist übrigens auch ein Brabanter. Der Wallach „Big Jake“ steht mit einem Stockmaß von 210,19 Zentimetern im Guinness Buch der Rekorde. Er wog 2013, als er den Titel gewann, stolze 1.179 Kilogramm. Er ist ein stattliches Pferd, das sogar einen XXL-Anhänger und einen besonders großen Stall braucht, weil die Standardmaße nicht ausreichen.

Das Belgische Kaltblut ist heute auf der ganzen Welt vertreten. Wer in Deutschland einem Brabanter begegnen möchte, fährt am besten an den Niederrhein in Nordrhein-Westfalen. Dort stehen besonders viele Vertreter dieser Rasse auf den Weiden. Geritten werden die Tiere eher selten. Sie ziehen vielmehr im Freizeitbereich Kutschen oder helfen gelegentlich in der Landwirtschaft aus.

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