Warmblüter

Berber

Das Berber-Pferd hat ein Stockmaß von bis zu 160 Zentimetern und wird bis zu 520 Kilogramm schwer. Ursprünglich stammt es aus Marokko, Tunesien und Algerien. Seit über 4.000 Jahren dient es den Menschen als Nutztier. In Nordafrika zog das Berber-Volk auf diesen Tieren als Nomaden und Bauern durch die Region. Dadurch, dass die Pferde gut zu reiten waren und im Kampf schnell stoppen und wenden konnten, waren sie ideal geeignet bei Konflikten. Man konnte sie mit einer Hand über das Schlachtfeld lenken und mit der anderen den Speer werfen. Deshalb etablierten sie sich schon früh als Pferde für Könige und Kriegsherren. Außerdem nutzte man sie als Statussymbol und als Pferd für die hohe Reitkunst. Die Pferderasse eignet sich aber auch hervorragend für Reitanfänger, auch wenn sie sehr temperamentvoll ist. Neben dem Schritt, dem Trab und dem Galopp können Andalusier auch den Tölt. Das ist eine Zwischenschrittfolge, die nur wenige Pferderassen beherrschen.

Das Berber-Pferd ist – genau wie der Andalusier – meistens ein Schimmel. Andere Farben sind aber möglich. Die Bewegungen des Berber sind sehr elegant und geschickt, deshalb reitet man ihn auch gerne bei der Dressur oder beim Westernreiten. Viele heutige Rassen wie das American Quarter Horse stammen ursprünglich auch vom Berber-Pferd ab. Die alten Kriegspferde-Rassen sind ebenfalls mit dem Berber verwandt, genauso wie der beliebte Andalusier. Nach Europa gelangte das Berber-Pferd unter anderem durch die Franzosen. Sie hatten 1830 Nordafrika besetzt und kreuzten die Pferde mit dem Araber, einer Vollblut-Pferderasse. So entstand der Araber-Berber. Zahlreiche iberische Rassen wurden vom Berber beeinflusst. Die ehemaligen Wüstenpferde sieht man heute aber nur noch selten in den Ställen – in den Ursprungsländern und bei uns.

Heute ist das Tier sozusagen arbeitslos, was seine ursprünglichen Aufgaben betrifft. Kriege werden heute anders geführt. Pferde spielen dabei keine Rolle mehr. Lange Zeit war nicht sicher, ob die Rasse gerettet werden kann. Sie war massiv vom Aussterben bedroht und es bildeten sich viele Zuchtvereine zur Rettung der Berber. Mit Erfolg. Das Überleben dieser Pferdeart gilt als sicher. Kein Wunder, denn sie sind für Freizeitreiter hervorragend geeignet. Sie sind friedlich, geduldig, ausgeglichen und gleichzeitig robust und pflegeleicht. Außerdem sitzt man auf dem Berber-Pferd in jeder Gangart sehr bequem. Der Berber kann auch sehr lange Strecken problemlos zurücklegen und ist deshalb ideal für Tagesausritte. Dabei machen ihm Trockenheit und Hitze nicht viel aus. Als altes Kriegspferd kann der Berber schnell beschleunigen und abrupt halten. Für Shows und Westernreiten ist das ideal. Der Tierarzt muss auch nur gelegentlich vorbeischauen, denn die Rasse gilt als wenig krankheitsanfällig. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Optisch erkennt man das Berber-Pferd an seiner mittleren Größe, dem kurzen Hals und dem tiefen Absatz des Schweifs. Es hat einen kurzen Rücken und einen tiefen Rumpf. Der Berber eignet sich auch als Kutschpferd.

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